
Jeder kann einen Igel mit etwas Wissen und Erfahrung unterstützen.
Schönes Igelleben
Zufüttern
Geeignete Futtersorten


Winterquartier/Auswilderung
Ein Igel lebt in seinem Revier: er weiß, wo er Wasser findet, wo die leckersten Käfer krabbeln, wo er suchen muss, wenn er gerne Abwechslung im Speiseplan hätte und ganz wichtig, wo er kuschelig und in Ruhe schlafen kann. Dafür baut sich der Igel mehrere Nester in seinem Revier und schläft abwechselnd in ihnen. Er kennt die Wege, die möglichen Gefahren, wo er durchkommt und wo nicht.
Ein Igel, der in eine fremde Umgebung kommt, weiß dies Alles nicht und er bräuchte viel Zeit, um sich das Wissen selber anzueignen. Also helfen wir ihm.
Wir wildern meistens im sogenannten „soft release“ Verfahren aus, dies bedeutet, dass der Igel schrittweise in die Freiheit entlassen wird. Im ersten Schritt wird für den Igel ein Gehege aufgebaut. Es sollte 2m x 1m groß sein, größer ist natürlich schöner. Das Gehege sollte plan auf dem Boden stehen und mit Erdankern fixiert werden, damit der kleine Stachler nicht darunter durch schlüpfen kann. Am Besten legt man innen an den Wänden entlang Steine, um ein Ausbuddeln zu verhindern. Denn, wenn die Freiheit ruft, werden die Igel schon ziemlich energisch. Wer will es ihnen verdenken?!
Zum Schutz vor Feinden (z.B. Eulen) ist es gut, einen Deckel auf dem Gehege zu haben. Zusätzlich sollte ein Bereich mit einer Plane abgedeckt werden. In diesen geschützten Bereich stellt man das Schlafhaus und dort kann man Futter und Wasser hinstelle. Da der Igel einige Zeit im Gehege verbringt, freut er sich, wenn es ein bisschen Abwechslung bietet. Einige Gräser, ein paar Blätter oder Äste sind da sehr willkommen.
Um den Kleinen zu beschäftigen, kann man ihm das Futter etwas verstecken oder z.B. die Soldatenfliegenlarven im Gehege verstreuen. Auch Hühnerflügel oder getrocknetes Fleisch bietet eine tolle Abwechslung, da der Igel sich die Nahrung erarbeiten muss.
Das Schlafhaus sollte im Schlafbereich eine Größe von mindestens 30 cm x 30 cm haben. Dieser Schlafbereich sollte einen Labyrintheingang haben, um auch hier vor der Witterung zu schützen. Etwas Stroh in das Haus legen und einen Haufen Stroh neben das Haus legen. Der Igel richtet sich gerne selber ein.
Gefüttert wird der Igel mit Katzennass- und trockenfutter mit einem Fleischanteil über 65% und das Nassfutter ohne Gelee oder Soße. Da es sehr proteinreich ist, sind getrocknete Soldatenfliegenlarven/Mehlwürmer im Verhältnis 5:1 ein Garant, dass der kleine Igel schnell genug Gewicht bekommt, um einen erholsamen Winterschlaf zu haben. Damit er alle Nährstoffe bekommt, die er braucht, kann man hin und wieder gebratenes Rinderhackfleisch, gekochte Hühnerflügel, gekochtes Hühnerherz oder Rührei anbieten.
Während der Igel schläft, kann man hin und wieder die Kothäufchen im Gehege entfernen. Das Schlafhaus bleibt die gesamte Zeit unangetastet. Der Igel beschmutzt es nicht und kümmert sich selber um Ordnung in seinem Haus! Im zweiten Schritt öffnet man nach 7 Tagen die Gehegetür und der Igel kann entscheiden, ob er raus möchte (was bisher immer der Fall war) oder nicht. Zumindest weiß er nach dieser Zeit, wo er einen Schlafplatz und Nahrung findet. Daher lassen wir die ersten Tage alles wie es ist.Nach ein paar Tagen kann man das Gehege abbauen. Dann kann man, wenn es praktischer ist, das Schlafhaus und/oder die Futterstelle an eine andere Stelle im Garten umziehen, indem man diese jeden Tag ein paar Meter in die gewünschte Richtung bewegt. Beim Futterplatz kann man in der Regel flotter vorgehen, da der Igel sehr gut riecht und seine Nahrung finden wird.
Im Gegensatz zum Auswildern bleibt beim gesicherten Winterschlaf die Gehegetür geschlossen, bis der Igel im März oder April erwacht. Wird Ihr Igel in diesem Zeitraum nicht wach, kontaktieren Sie uns bitte. Läuft der Igel im Gehege herum, wird er eingesammelt und zu uns zum Frühlings CheckUp gebracht. Das weitere Vorgehen besprechen wir dann gerne mit Ihnen persönlich.




